Heim-EM in Cottbus: Anastasia „Tasse“ Kuniß krönt sich zur U23-Europameisterin im 1.000-Meter-Zeitfahren
Europameisterschaft Bahn Cottbus 2026: Sachsens Radsport feiert Gold und starke Erfolge
Gold. Silber. Gänsehaut. Was für eine Europameisterschaft! Bei der U23- und Junioren-Europameisterschaft im Bahnradsport 2026 auf der Radrennbahn Cottbus übertraf Anastasia „Tasse“ Kuniß alle Erwartungen. Vor heimischem Publikum, begleitet von Familie und einem lautstarken Fanclub, kämpfte sie sich zu zwei EM-Medaillen – und schrieb mit ihrem Europameistertitel im 1.000-Meter-Zeitfahren Vereinsgeschichte.
Bahnradsport-EM 2026 in Cottbus: Europas Elite kämpft um 44 Titel
Mit 483 Athletinnen und Athleten aus 32 Nationen, die um insgesamt 44 Europameistertitel fuhren, war die Europameisterschaft in Cottbus das größte internationale Bahnradsport-Event des Jahres.
Für Anastasia war die Heim-EM der Saisonhöhepunkt. Der Druck war groß, die Erwartungen hoch – doch genau in solchen Momenten zeigte sie ihre ganze Stärke. Mit der Unterstützung von Familie, Trainerteam und einem lautstarken Fanclub im Rücken entwickelte sich die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Silber im Teamsprint: Ein Wimpernschlag entscheidet das Finale
Der Auftakt verlief nahezu perfekt.
Gemeinsam mit Clara Schneider und Lara-Sophie Jäger fuhr Anastasia im Teamsprint bereits in der Qualifikation Bestzeit. Mit 1:06,49 Minuten setzte das deutsche Trio ein erstes Ausrufezeichen.
Im Finale warteten die Neutralen Athletinnen, das Rennen entwickelte sich zu einem echten Krimi. Nach drei explosiven Runden fehlten am Ende gerade einmal 0,020 Sekunden zum Europameistertitel. Mit 1:06,74 Minuten blieb die Silbermedaille – ein fantastischer Start in die Titelkämpfe.
Sprint-Wettbewerb: Stark bis ins Viertelfinale
Am nächsten Tag stand der Sprint auf dem Programm.
Mit einer Zeit von 11,3 Sekunden über die fliegenden 200 Meter qualifizierte sich Anastasia als Siebte für die K.-o.-Runden. Im Achtelfinale setzte sie sich souverän gegen Natalia Walecka (Polen) durch und gewann das Duell mit einem Vorsprung von 0,098 Sekunden.
Im Viertelfinale wartete jedoch mit Clara Schneider eine der stärksten Sprinterinnen des Feldes. Trotz zweier engagierter Läufe musste sich Anastasia geschlagen geben. Schneider sicherte sich später den Europameistertitel – für „Tasse“ bedeutete das zwei wertvolle Regenerationstage vor ihrem großen Finale.
Europameisterin im 1.000-Meter-Zeitfahren: Ein Rennen für die Geschichtsbücher
Der Sonntag brachte den Höhepunkt der gesamten Europameisterschaft.
Stehender Start in der Maschine. Absolute Konzentration. Drei Runden Vollgas.
Bereits in der Qualifikation zeigte Anastasia ihre Klasse und fuhr mit 1:10,749 Minuten auf Platz drei. Der Einzug ins Finale war geschafft – und plötzlich schien sogar eine Medaille möglich.
Im Finale wurde die Atmosphäre auf der Radrennbahn Cottbus noch einmal elektrischer. Der Fanclub verwandelte die Tribüne in einen Hexenkessel und trug „Tasse“ förmlich über die Bahn.
Die Zwischenzeiten ließen alle träumen:
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- 333 Meter: 25,379 Sekunden – Platz 2
- 666 Meter: 45,769 Sekunden – Platz 1
Jetzt war klar: Gold war möglich.
Mit jeder Pedalumdrehung mobilisierte Anastasia ihre letzten Reserven. Nach einem perfekten Rennen stoppte die Uhr bei 1:07,879 Minuten – neue persönliche Bestleistung und vorläufig Rang eins.
Doch zwei Fahrerinnen standen noch am Start.
Die erste Konkurrentin blieb deutlich zurück. Silber war bereits sicher. Jetzt fehlte nur noch die starke Französin.
Nach der ersten Zwischenzeit lag sie knapp zurück. Nach zwei Runden wuchs der Vorsprung auf sieben Zehntelsekunden. Sekunden später war es Gewissheit:
1:09,249 Minuten.
Anastasia „Tasse“ Kuniß ist U23-Europameisterin im 1.000-Meter-Zeitfahren.
Auf der Tribüne brachen alle Dämme. Jubel, Tränen und pure Emotionen. Familie, Trainerteam und Fanclub feierten gemeinsam einen Moment, den niemand so schnell vergessen wird.
Emotionale Siegerehrung und ein besonderer Moment für alle
Bei der Siegerehrung erhielt Anastasia das begehrte Europameistertrikot und die Goldmedaille – der verdiente Lohn für eine außergewöhnliche Leistung.
Für zusätzliche Emotionen sorgte der Fanclub von Tasse: Als Überraschung überreichte er eine selbst gebaute goldene „Tasse“-Trophäe, passend zu ihrem Spitznamen. Gemeinsam entstand ein Erinnerungsfoto, das diesen historischen Tag perfekt festhält.
Es war der erste Europameistertitel von Anastasia in einer Einzelstarter-Disziplin – und gleichzeitig einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.
Sachsens Nachwuchs überzeugt bei der Heim-EM
Auch die sächsischen Juniorinnen und Junioren sorgten für starke Ergebnisse: Herzlichen Glückwunsch an Matyáš Malina (Dresden) und Leonidas Rekowski (Chemnitz) zum Europameistertitel im Teamsprint. Leonidas gewann außerdem Gold im 1.000-Meter-Zeitfahren, Matyáš sicherte sich Silber im Keirin. Bei den Juniorinnen durfte sich Mira Rosinski (Chemnitz) über Gold im Teamsprint freuen. Ein starkes Zeichen für den sächsischen Bahnradsport!
Zwei EM-Medaillen und Rückenwind für die Deutsche Meisterschaft
Die Bilanz der Europameisterschaft spricht für sich:
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- Europameisterin im 1.000-Meter-Zeitfahren
- Vize-Europameisterin im Teamsprint
- Viertelfinale im Sprint
Was für eine Woche. Was für eine Atmosphäre. Was für ein Erfolg für Anastasia.
Mit viel Selbstvertrauen und einem Europameistertitel im Gepäck richtet sich der Blick jetzt bereits auf das nächste große Saisonhighlight:
Next Stop: Deutsche Meisterschaften in Büttgen – in eineinhalb Wochen.
Der gesamte RSV SPEICHE Leipzig gratuliert Anastasia Kuniß herzlich zu dieser außergewöhnlichen Leistung. Wir sind stolz auf dich!
Bilder: Eric Brockmann, Felix Laue
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